Gabriele Crepaz im Interview

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Die Vorfreude steigt, denn bald ist es so weit: Am 1. Juni öffnen sich die Türen der Spreegalerie am Alexanderplatz und ihr betretet die Welt des Content-Marketings. Zwar müsst ihr euch noch einige Wochen gedulden, doch wir wollen euch die Wartezeit etwas versüßen und präsentieren euch heute ein weiteres Speaker-Interview. Gabriele Crepaz, Gründerin von Core Stories Strategy & Content, steht uns im heutigen Blogpost Rede und Antwort.
 

Content Marketing Masters: Wir freuen uns, dass wir dich als Expertin für die Content Marketing Masters am 1. Juni gewinnen konnten. Um die Tage bis dahin für unsere Besucher nicht allzu lang werden zu lassen, möchten wir dir in der Zwischenzeit gern ein paar Antworten entlocken. Fangen wir doch einfach mal mit deinem Werdegang an. Wie bist du zum Content-Marketing gekommen?

Im Rückblick sieht es so aus, als hätte es gar nicht anders kommen können. Ich nenne es gerne eine glückliche Fügung. Vor zehn Jahren bin ich als ausgebildete Journalistin in ein Marketingunternehmen eingestiegen. Südtirol Marketing war damals offiziell für das touristische Image Südtirols zuständig. Als man dort vor vier Jahren beschloss, eine Storytelling-Plattform zu entwickeln und ins Content-Marketing einzusteigen, war ich gewissermaßen die Idealbesetzung für den Job. Ich hatte Ahnung von echten Inhalten und war gleichzeitig mit den Marken- und Marketingansprüchen vertraut. So habe ich mit einem fantastischen kleinen Team die Plattform www.wasunsbewegt.com aufgebaut. Das war eine wunderbare Zeit, in der wir viel experimentiert haben, sogar Fehler machen durften und schließlich auch sehr erfolgreich waren. Heute wird Was uns bewegt an Unis gerne als Referenzprojekt genannt, und 2015 gewannen wir damit den ersten „Deutschen Content Marketing Preis“.

 
Content Marketing Masters: Wie würdest du einem Laien den Unterschied zwischen Content-Marketing und klassischem Marketing erklären?

Der unmittelbarste Unterschied ist wohl, dass klassisches Marketing ein Produkt bewirbt, also dessen Vorzüge aufzählt, und am Ende Menschen verklickern will, dass sie dieses Produkt auch bitte kaufen sollen. Content-Marketing versucht, eine Beziehung zwischen Marke und Menschen aufzubauen. Es ist darauf angelegt, dass ich Menschen jene Information gebe, die sie finden wollen und mit der sie sich identifizieren können. Das heißt, ich biete Werte an. Im Idealfall bin ich nicht sofort darauf aus, etwas zu verkaufen. Ich gebe das Signal: Ich bin so, schau mal, ob du mich gut findest. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Bauernhof in Südtirol, auf dem man exzellent Fleisch essen kann. Nur kein Kalbfleisch und kein Spanferkel, weil der Bauer den Nachwuchs mit auf die Welt gebracht hat. Ich gehe genau deswegen zu diesem Buschenschank.Klassisches Marketing ist also produktzentriert, Content-Marketing ist wertezentriert.

 

 
Content Marketing Masters: Content-Marketing befindet sich stets im Wandel – wie hat es sich deiner Meinung nach verändert und was sind die wichtigsten Unterschiede zu früher?

Content-Marketing braucht eine Konstante: Das ist der gute, echte und glaubwürdige Inhalt. Und ich meine damit nicht das Hollywood-Modell. Wo sich Content-Marketing verändert hat und auch künftig verändern wird, sind die technologischen Möglichkeiten in der Produktion: Hier erleben wir zum Beispiel mit VR-Technik gerade einige Wow-Effekte. Und vor allem die verfeinerte, also datengetriebene Ausspielung der Inhalte in den einzelnen Kanälen. Was sich unbedingt ändern muss: Content-Marketing darf kein Feigenblatt in einem Unternehmen sein, nach dem Motto: Natürlich machen wir auch Content-Marketing, auf Nummer sicher gehen wir aber mit klassischer Werbung. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Unternehmen müssen in ihrer gesamten Kommunikation glaubwürdig sein; oder sie sind es nirgends. Deshalb ist Content-Marketing zuerst Sache der Marke und erst danach Aufgabe des Marketings.

 
Content Marketing Masters: Wie bereits eingangs erwähnt, freuen wir uns, dich in unserem Expertenkreis begrüßen zu können. Du bist dieses Jahr das erste Mal auf der Content Marketing Masters zu Gast. Welche Erwartungen hast du?

Ich habe Andre Alpar in München auf der CMCX gehört und freue mich jetzt erst recht auf ein Feuerwerk in Berlin. Mit erstklassigen Cases, mit kontroversen Positionen, mit Menschen, die auch über Fehler sprechen. Nur wer offen ist, weiß, dass er es sich leisten kann. Das sind für mich die wirklich Guten. Ich möchte mit mehr neuen Fragen als alten Antworten nach Hause kommen.

 
Content Marketing Masters: Dein Vortragstitel lautet „Schluss mit dem Märchen“. Was dürfen unsere Teilnehmer erwarten und warum sollten sie deinen Vortrag auf gar keinen Fall verpassen?

Wir alle wollen nicht einfach Inhalte produzieren, sondern wir wollen, dass Menschen sich Zeit nehmen, um auf uns aufmerksam zu werden. Dafür sind viele Inhalte heute nicht gut genug. Wir haben zu viele mittelmäßige Geschichten und zu wenig echten Content. Was ist also zu tun, um alle Inhalte einer Marke auf eine echte Aussage hin zu trimmen? Und was gewinnt ein Unternehmen damit? Das will ich vermitteln, damit Unternehmen sich stark fühlen und dann gemeinsam mit ihrer Agentur sauberes Content-Marketing entwickeln. Denn die besten Geschichten entstehen im Unternehmen selbst. Und gute Vorträge entstehen aus einer guten Dramaturgie. Sonst langweile ich mich, und das Publikum sicher auch. Beginnen wir also mit einer realen Geschichte. Vielleicht ist sie mir ja schon passiert …

 

Ihr möchtet Gabrieles Vortrag auf keinen Fall verpassen? Hier kommt ihr zu den Tickets für die Content Marketing Masters 2017! Auf welche Speaker und welche Themen ihr euch außerdem freuen dürft, erfahrt ihr in unserem Konferenzprogramm.

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